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Auf eine Einladung von Erzbischof Dr. Josip Stadler führte
die Kongregationsgründerin Franziska Lechner im Jahr 1882 die Ordensfrauen
“Töchter der göttlichen Liebe” nach Sarajevo, (Bosnien). Sie gründeten
1911 in Pale, unweit von Sarajevo, das Klosterhaus Marienheim. Ursprünglich
gedacht als eine Erholungsstätte für die kranken Schwestern und die Lehrerinnen
aus der Erziehungsanstalt St. Joseph in Sarajevo, wurde das Marienheim
durch seine gute Taten gegenüber allen Bedürftigen, die an seine Türe
anklopften, besonders gegenüber den ersten Nachbarn, den Orthodoxen, bekannt,
weswegen es das “Armenhospiz” genannt wurde.
Im
Kriegsjahr 1941 befanden sich im Klosterhaus in Pale Sr. Jula Ivaniševiæ
(geb. 1893, Kroatin) als Oberin, Sr. M. Berchmana Leidenix (geb. 1865,
Österreicherin), Sr. M. Krizina Bojanc (geb. 1885, Slowenin), Sr. Antonija
Fabjan (geb. 1907, Slowenin) und Sr. M. Bernadeta Banja (geb. 1912, Ungarin).
Die Ordensfrauen gaben, im Geiste ihrer Kongregation, ein tatkräftiges
Zeugnis über die christliche Liebe durch ihre Lebensweise und ihre Arbeit.
Selbstlos
und aufopfernd pflegten sie Kranke, großherzig verteilten sie das Brot
an die Kinder im staatlichen Kinderheim, ungeachtet welchen Glaubens oder
Nation die Kinder waren, und sie halfen Armen und Bettlern, welche vom
Romanijagebirge zu ihnen herunter kamen. Die serbischen Tschetniks hatten
trotz allem am 11. Dezember 1941 alle fünf Ordensfrauen mit Gewalt in
Richtung Goražde abgeführt, das Marienheim ausgeplündert und anschließend
in Brand gesteckt. Ihr Kreuzweg bei Kälte und Schnee, ohne entsprechende
Bekleidung, sowie durch Verhöre, Drohungen und Beleidigungen gequält,
führte sie zunächst bis nach Careve Vode und Sjetlina, wo die 76-jährige
Sr. Berchmana, entkräftet durch die Strapazen auf dem Weg und durch den
ganzen Vorfall, von den anderen Mitschwestern getrennt und aufgehalten
wurde. Die Schwestern Jula, Krizina, Antonija und Bernadeta wurden weiter
nach Goražde abgeführt.
Vier
Tage und vier Nächte dauerte ihre Reise von Pale über das Romanijagebirge
bis nach Goražde. Am 15. Dezember nachmittags dort angekommen, wurden
sie in der Kaserne im zweiten Stockwerk untergebracht. Noch in derselben
Nacht brachen die zügellosen und betrunkenen Tschetniks bei den Ordensfrauen
ein und machten sich mit unzüchtigen Plänen über sie her. Um ihre Menschenwürde
und Keuscheitsgelübde zu wahren, befreiten sie sich gewaltsam aus den
Händen ihrer Angreifer und sprangen eine nach der anderen durchs Fenster
in die Tiefe. Die Tschetniks eilten zunächst vor die Kaserne, brachten
die schon verwundeten Ordensfrauen mit Messerstichen um und warfen ihre
toten Leiber in den vorbeifließenden Fluss Drina.
Sr.
Berchmana verweilte etwa zehn Tage lang in Sjetlina und es ging ihr merklich
besser. Sie solite den anderen Mitschwestern nach Goražde folgen, die
aber inzwischen schon ermordet waren. Zwei Tschetniks fuhren sie mit Pferdeschlitten
weg. Der Schlittenlenker erzählte nach der Rückkehr, sie sei wohlauf bei
ihren Mitschwestern angekommen, doch einer von diesen beiden hatte ihren
Rosenkranz um den Hals hängen. Es wurde vermerkt, dass sie am 23. Dezember
1941 ermordet wurde.
Die Ordensfrauen Jula, Berchmana, Krizina, Antonija und
Bernadeta, bekannt als “Märtyrerinnen von Drina”, dienten als Missionarinnen
hochherzig und uneigennützig Gott und halfen den Armen im leidgeprüften
Bosnien. Ihre Treue zu Gott bezeugten sie durch ihr Blutvergießen. Die
Nachricht von ihrem Märtyrertod hat sich weit verbreitet. Dies bewegte
den Kardinal Vinko Puljiæ, den Erzbischof von Sarajevo, nachdem er die
notwendige Genehmigung der Kongregation für die Heiligsprechungen erhalten
hatte, dass er am 4. Dezember 1999 das Dekret für das Eröffnungsverfahren
zur Kanonisation der Dienerinnen Gottes erließ. Die Seligsprechung der
Dienerinnen Gottes, Sr. Maria Jula Ivaniševiæ und ihrer vier Mitschwestern,
wofür wir beten sollten, werde nicht nur eine amtliche Bestätigung ihres
Martyriums sein, sondern auch die Förderung der geistlichen Werte, welche
diese Ordensfrauen in ihrem Leben verwirklichten und für welche sie ihr
Leben hingegeben haben.
Die
Dienerinnen Gottes Jula Ivaniševiæ, Berchmana Leidenix, Krizina Bojanc,
Antonija Fabjan und Bernadeta Banja sind vorzügliche Vorbilder der Treue
zu Gott und der tatkräftigen Liebe an den Leidenden. Es ist berechtigt
gläubig zu hoffen, dass ihr vergossenes Blut der Same für neue, bewusste
und verantwortliche Christen sowie für neue geistliche Berufungen – der
Same für Christen und geistliche Berufungen in der heutigen, neuen Zeit
– sein wird. Sie sind machtvolle Fürsprecherinnen in allen Nöten, besonders
in schweren Lebensprüfungen und -gefahren. Davon konnten sich schon viele
überzeugen.
DAS GEBET
Allmächtiger Gott, du hast deine Dienerinnen Jula, Berchmana, Krizina,
Antonija und Bernadeta mit der Gnade der Ordensberufung ausgezeichnet
und mit der Kraft, ihre Treue und Liebe zu dir durch das Vergießen des
eigenen Blutes zu bezeugen. Wir bitten dich, schenke auch uns Standhaftigkeit
im Glauben, damit wir nicht einmal um den Preis unseren Leidens von dir
getrennt warden.
Gib, dass die heilige Kirche diese deine Dienerinnen zu Altarsehre
erhebt und dass ihr Beispiel und ihre Fürsprache uns in unseren Lebenskämpfen
und im Erreichen der ewigen Seligkeit helfen. Durch Christus unsern Herrn.
Amen.
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Wer auf die Fürsprache der Dienerinnen Gottes erhört
wird oder irgendwelche besondere Gnade empfängt, möge dies an eine der
unten angeführten Anschriften melden:
Postulatura kauze: S. M. Jule Ivaniševiæ i èetiri susestre, Ivana Cankara
16, 71000 Sarajevo, Bosnien-Herzegowina
Provincijalat: Družbe Kæeri Božje ljubavi, Nova Ves 16, 10000 Zagreb,
Kroatien
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